Direkt vor Ort"- Erfahrungsbericht traumapädagogischer Arbeit im Flüchtlingslager in Kurdistan

Vortrag von Marga Zitzmann am AAI Berlin

Von September 2017 bis September 2018 läuft am AAI Berlin ein Kurs in psychodynamischer Traumatherapie, der sich über 4 Wochenenden erstreckt. An den 4 Freitagen vor den Wochenenden finden öffentliche Vorträge statt, zu denen nicht nur die KursteilnehmerInnen kommen können, sondern alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Als ReferentInnen konnten wir KollegInnen unseres Institutes bzw. aus seinem Umfeld gewinnen.

 

Veranstalter: Alfred-Adler-Institut Berlin & Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Individualpsychologie

Veranstaltungsort: Alfred Adler Institut Berlin, Neue Kantstr. 4, 14057 Berlin

 

Den Auftakt der Vortragsreihe machten wir am Freitag, dem 22.09.2017 um 20:15 Uhr.

 

Marga Zitzmann hielt einen Vortrag zum Thema:  "Direkt vor Ort"-  Erfahrungsbericht traumapädagogischer Arbeit im Flüchtlingslager in Kurdistan

 

Im Flüchtlingslager Nähe der Stadt Zakho im Nordirak leben 20 000 Flüchtlinge, Männer, Frauen, viele Kinder und Jugendliche. Sie flohen vor der Terrormiliz Islamischer Staat, IS, die ihre Dörfer zerstörte. Viele mussten auf der Flucht um ihr Leben bangen, verloren nächste Angehörige, oder waren unmittelbar Zeuge von Mord, Vergewaltigung und Verschleppung. Um den Versuch traumapädagogischer Maßnahmen als "Erstversorgung" für Kinder und Jugendliche geht es in dem Bericht.

Marga Zitzmann, analytische Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin, PPT, arbeitete, nach Aufgabe der langjährigen Kassenpraxis in München, mit unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen und nahm an mehreren Notfalleinsätzen in Nepal, Slowenien, Indien und Kurdistan teil. Derzeit leitet sie die KJP-Ambulanz am AAI Berlin.

 

Wir werden den Vortrag demnächst in unserem Youtube-Kanal einstellen. Auf dieser Seite weiter unten finden Sie ihn schon einmal vorab, so dass alle, die nicht kommen konnten, den berührenden und anschaulichen Vortrag nachhören können.

 

 

Weitere Veranstaltungen der Reihe:

 

Freitag, 03.11.2017 20:15 Uhr

Peter Schmidt und Caroline Meller: Traumaseelsorge und Traumatherapie - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Vor dem Hintergrund seelsorglicher Einsatzbegleitung von Soldatinnen und Soldaten auf dem Balkan und in Afghanistan sowie der psychoanalytisch-psychotherapeutischen Behandlung u.a. syrischer und kosovarischer Flüchtlinge in Berlin arbeiten P. Schmidt und C. Meller Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Traumabehandlung heraus. Der Vortrag erfolgt dialogisch sowohl zwischen Therapie und Seelsorge wie auch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Abends.

Caroline Meller ist Fachärztin f. Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalytikerin DGPT, als Mitglied der Ärztekammer Berlin Mitglied der Arbeitsgruppe Flüchtlinge 2015/16. 

Peter Schmidt ist ev. Pfarrer, Militärdekan in Berlin, klinischer Seelsorger KSA, Gestaltseelsorger und Supervisor.

 

Freitag, 12.01.2018 20:15 Uhr

Loni Brants: Aus der Versorgungsforschung: Therapieinanspruchnahme traumatisierter Soldaten

Darstellung eines multidisziplinären, qualitativen Forschungsprojekts der Charité Berlin in Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin zur Therapieinanspruchnahme ehemaliger BundeswehrsoldatInnen mit und ohne Traumafolgestörungen. Bewältigungs- und Abwehrmechanismen, Fragen zum Selbstbild, Selbstwert und der Identität ehemaliger SoldatInnen wie auch die Rolle des militärischen Systems bzw. der Gesellschaft sollen im Seminar thematisiert und diskutiert werden.

Dr. med. Loni Brants, Ärztin i.W. und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Charité Berlin, seit 2015 im Team des 'Veteranen-Projekts' (Leitung: Prof. Dr. Ströhle, Dr. Stefan Siegel) über die Wiedereingliederung traumatisierter Veteranen.

 

Freitag, 07.09.2018 20:15 Uhr

Joachim Diestel-Hug: EMDR – eine Methode zur Behandlung von PTBS       

1987 entdeckte F. Shapiro die Möglichkeit mit Augenbewegungen belastende Erinnerungen zu bearbeiten. (EMD Eye Movement Desensitization) und entwickelte daraus als Forscherin eine Methode zur Bearbeitung von Traumafolgestörungen (EMDR Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Es soll ein Ein- und Überblick über die Theorie, die Praxis sowie die neuesten aktuellen Entwicklungen dieser mittlerweile wissenschaftlich anerkannten und ins Kassensystem aufgenommenen Methode gegeben werden.

Dipl.-Päd. Joachim Diestel-Hug ist als psychodynamischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in eigener Praxis in Berlin niedergelassen.

Er ist Dozent und Supervisor in der Ausbildung von tiefenpsychologisch- fundierten und psychoanalytischen Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen, zertifizierter EMDR – Therapeut für Kinder und Jugendliche, EMDR -Supervisor für Erwachsene und Kinder (EMDRIA); Zusatzqualifikation “Spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen” (DeGPT). Mitglied in der VAKJP, DeGPT und im Bundesvorstand von EMDRIA (Berufsverband der EMDR–Therapeuten), dort zuständig für den Bereich Kinder und Jugendliche.

 

  • Gebühren: Eintritt frei
  • Anmeldung: nicht erforderlich. Bei wem das Kommen schon sicher ist, schicke uns zur groben Planung gern eine E-Mail an sekretariat@aai.berlin

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