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Berufsbegleitende Weiterbildung in psychoanalytischer Paar- und Familientherapie bzw. -beratung und Sozialtherapie

IPU: Beziehungsdynamische Therapie im 21. Jahrhundert

Erstmalig bietet „Die Psychoanalytische Universität in Berlin“ ab November 2016 eine berufsbegleitende Weiterbildung in Paar- und Familientherapie an:

"Wir greifen psychoanalytisch geprägte Theoriebildungen zur interpersonalen Dynamik bei Paaren und Familien auf und beziehen sie auch auf die heute vielfältigeren familienähnlichen Formen von Beziehungsgestaltung und Zusammenleben. Auf darüber hinausgreifende Interaktionszusammenhänge bei Mehrpersonen-Beziehungssystemen, in und zwischen sozialen Gruppen oder Institutionen lässt sich diese Sichtweise ebenso gewinnbringend anwenden. In diesen Formen angewandter psychodynamischer Therapie spielen bewusste und unbewusste interpersonale Prozesse eine zentrale Rolle, immer eingebettet in spezielle Lebenslagen und soziale Kontexte. Interpersonale Beziehungsdynamik ist geprägt von unausgesprochenen Wünschen, ungelösten Konflikten und unverarbeiteten Traumata sowie deren Abwehr. Sie hat ihre Wurzeln nicht selten in transgenerationalen Aufträgen, die bereits frühe Eltern-Kind-Beziehungen mitgestalten können. Unbewusste Übertragungen, Erwartungen und Delegationen lassen so Blockaden oder Kollusionen in familiären und Paarbeziehungen entstehen.

Psychoanalytische Paar- und Familientherapie greift diese Aspekte im Zusammenspiel von intra- und interpsychischer Beziehungsdynamik auf. Sie besteht aus der aufdeckenden und verändernden Arbeit an unbewussten und vorbewussten interpersonellen Konflikten, Beziehungsmustern und Abwehrstrukturen, die die Symptomatik eines Familienmitglieds oder Partners bedingen, mitbedingen oder aufrechterhalten. Diese Konflikte und Beziehungsstrukturen stellen sich in den (beziehungs)-therapeutischen Situationen szenisch dar und werden für alle Familienmitglieder (oder Mitglieder des informellen / formellen Beziehungsnetzes) in ihrer Existenz, Wirksamkeit und Interdependenz erfahrbar, erkennbar und somit veränderbar. Im therapeutischen Prozess werden die Ressourcen und Potentiale des Mehrpersonensystems genutzt.

Zielgruppe / Voraussetzungen
Die Weiterbildung wendet sich an Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter/Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Psychotherapeuten, Kinder-und Jugendlichen Psychotherapeuten, Gerontologen, Lehrer, seelsorglich tätige Berufsgruppen und weitere akademische Berufsgruppen, die in psychosozialen Arbeitsfeldern tätig sind. Zulassungsvoraussetzung ist ein Hochschulabschluss bzw. eine abgeschlossene Berufsausbildung (als Einzelfallentscheidung) sowie eine psychotherapeutische bzw. beratende Tätigkeit.

Daneben muss eine abgeschlossene oder laufende psychoanalytische oder tiefenpsychologisch fundierte Selbsterfahrung nachgewiesen bzw. mit der Weiterbildung begonnen werden. Ein Aufnahme-gespräch bei einer Dozentin / einem Dozenten ist für die Teilnahme an der Weiterbildung obligatorisch. Die Weiterbildung orientiert sich an den Richtlinien des Bundesverbandes Psychoanalytische Paar- und Familientherapie e.V. (BVPPF) und ist von diesem anerkannt.

Namhafte Wissenschaftler sowie bekannte, langjährig tätige Praktiker auf dem Gebiet der psychoanalytischen Paar-, Familien- und Sozialtherapie gestalten als Dozenten diese Weiterbildung und stehen als Supervisoren zur Verfügung. Sie haben unterschiedliche Grundberufe (Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Pädagogen, Sozialpädagogen), unter ihnen sind Psychoanalytiker und approbierte Psychotherapeuten, fast alle sind psychoanalytische Familientherapeuten. Sie sind in unterschiedlichen psychosozialen und medizinischen Arbeitsfeldern tätig.

Aufbau der Weiterbildung
Das Curriculum erstreckt sich über 3 Jahre (Beginn November 2016). Es umfasst 10 Wochenenden a 1,5 Tage (8 Dstd.), jeweils freitags von 14:00 - 21:00 h und samstags von 09:30 - 17:00 h. Neben theoretischen Seminaren beinhaltet jedes Wochenende theoriegestützte Reflexion der beratenden und therapeutischen Arbeit in kasuistisch technischen Seminaren und familien- / berufsbezogene Selbsterfahrung in der Gruppe (insgesamt 80 Dstd. über alle Wochenenden). Persönliche Selbsterfahrung (75 Dstd.) und Supervision (40 Dstd.) finden außerhalb der Wochenenden bei vom Veranstalter anerkannten TherapeutInnen statt, in der Regel in der Gruppe.

Abschluss
Die Weiterbildung beenden die Teilnehmer mit der Dokumentation eines Falles und seiner Vorstellung in der Weiterbildungsgruppe. Bei erfolgreichem Abschluss wird ein vom Bundesverband Psychoanalytische Paar- und Familientherapie anerkanntes Zertifikat ausgehändigt. Dies berechtigt dazu, die Bezeichnung „Psychoanalytische Paar- und FamilientherapeutIn bzw. -beraterIn /SozialtherapeutIn“ zu führen.

Kosten
Die Kosten für die Weiterbildungsseminare an der IPU belaufen sich auf 2.500 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das Aufnahmegespräch (80,00 Euro) sowie die Kosten für die Supervision und die psychoanalytische / tiefenpsychologische Selbsterfahrung. Die Kosten für die gesamte Weiterbildung können inclusive der Supervision und der Selbsterfahrung bei ca. 9.000 Euro liegen, bei bereits absolvierter Selbsterfahrung entsprechend niedriger (ca. 4.500 - 5.000 Euro)."

 

... mehr Informationen vom Anbieter, der IPU finden Sie hier!

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