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FACHTAGUNG ZUR PSYCHOTHERAPEUTENAUSBILDUNG

Im Verbund mit zahlreichen anderen Verbänden veranstaltet die DGIP am 24. 6. 2019 eine Fachtagung in Berlin, in der im aktuellen Gesetzgebungsprozess zur Reform der Ausbildung von Psychotherapeuten/innen besonders kritische Punkte des Gesetzes nochmals öffentlich erörtert werden sollen (siehe Flyer Fachtagung). Die beteiligten Psychotherapieverbände haben sich geeinigt, die Kritik kurz vor der Verabschiedung im Bundestag vorrangig auf die im Flyer genannten Punkte zu fokussieren. Zu dieser Veranstaltung sind alle Interessenten und Mitglieder herzlich eingeladen. Wir hoffen, auch noch den einen oder anderen Gesundheitspolitiker kurz vor der letzten Beratung im Gesundheitsausschuss und der abschließenden Lesung und Verabschiedung im Bundestag begrüßen zu können. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei. Falls Sie teilnehmen, melden Sie sich bitte per E-Mail bis zum 17. Juni 2019 unter bvvp@bvvp.de an.

Bei dieser Gelegenheit noch einige Informationen zum bisherigen Gesetzgebungsprozess. Am 19. 2. hatten wir Sie über den Referentenentwurf und die Stellungnahme des Bundesvorstandes der DGIP informiert. Das „PsychThAusbRefG“ wird vom Gesundheitsministerium mit viel Druck vorangetrieben und ist im parlamentarischen Verfahren inzwischen weit vorgeschritten. In dem von der Bundesregierung noch im Februar verabschiedeten Gesetzentwurf wurden einige der kritisierten Punkte aufgegriffen, andere nicht und teilweise wurden neue problematische Punkte eingefügt, gegen die in vielfältiger Form erneut Stellung bezogen wurde. Neben den Problemen mit der bisher nicht gesicherten Verfahrensvielfalt in der Ausbildung und der Sicherung der Finanzierung der ambulanten Weiterbildung sehen wir als besonders problematisch an, dass die Anfang des Jahres noch abgewendeten Regelungen zur Steuerung in der psychotherapeutischen Versorgung auf der Basis von Diagnosen und Leitlinien jetzt in gewandelter Formulierung in dieses Gesetz verschoben wurden. Wir befürchten hierdurch weiterhin die Einführung von restriktiven Behandlungskontingenten, die auf die Rationierung von Behand­lungen abzielen.

Der Gesetzentwurf wurde am 12. April im Bundesrat und am 9. Mai im Bundestag in erster Lesung beraten . Am 15. 5. fand dann nochmals eine öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses statt. In den Stellungnahmen zeichnet sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den in Psychotherapieverbänden organisierten Berufspraktikern aller Psychotherapieverfahren und den Vertretern der universitären DGPs ab. Während alle (auch die verhaltenstherapeutischen) Fachverbände für eine Verankerung der grundlegenden, wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren im Studium wie in der Weiterbildung plädieren, versuchen die Universitätsvertreter ihre eingeengte Vorstellung einer evidenzbasierten Einheitspsychotherapie durchzusetzen. Leider finden sie dabei viel Gehör bei der Politik. Auch deshalb nochmals ein Versuch eines Aufbäumens mit der o. g. Veranstaltung. Die abschließende Beratung und gegebenenfalls Verabschiedung im Bundestag ist nach aktueller Zeitplanung für Ende Juni geplant. Im September wird dann der Bundesrat sich ein zweites Mal mit dem Gesetz befassen. Falls er gegebenenfalls nicht noch den Vermittlungsausschuss anruft (wovon nicht auszugehen ist, da der Bundesrat zwar Änderungen vorgeschlagen hat, aber das Gesetz grundlegend unterstützt) würde das Gesetz zum September 2020 (bzw. zum September 2021 falls der Forderung des Bundesrates noch entsprochen wird) in Kraft treten.

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