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Gesellschaftliche Verantwortung der Psychotherapie

https://www.uni-luebeck.de/aktuelles/pressemitteilung/artikel/gesellschaftliche-verantwortung-der-psychotherapie.html

Für eine Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung in der Psychotherapie plädiert eine Stellungnahme der Akademie für Ethik in der Medizin, Göttingen, des Fachverbandes Medizingeschichte, Köln, und des Instituts für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck zur Neufassung der Psychotherapieausbildung in Deutschland. Der entsprechende Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium wird am 27. Juni in zweiter und dritter Lesung im Deutschen Bundestag behandelt. Am 20. September berät der Bundesrat den dann beschlossenen Kabinettsentwurf.

Insbesondere spricht sich die Stellungnahme für die verbindliche Verankerung von Geschichte, Theorie und Ethik in der psychotherapeutischen Approbationsordnung und den Lehrinhalten aus. Sie bezieht sich dabei auf eine Empfehlung des Wissenschaftsrats zu Perspektiven der Psychologie in Deutschland vom vergangenen Jahr, in der dieses wichtigste nationale Beratungsgremium für die Wissenschaftspolitik auf die bisherige mangelhafte Beschäftigung der Psychologie mir ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sowie mit der Theorie und Geschichte des Faches hingewiesen hat.

Initiatorin der Stellungnahme ist Prof. Dr. Lisa Malich vom Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck. Angeschlossen haben sich als Erstunterzeichner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Lübeck als Ausgangspunkt ebenso wie aus Dresden, Berlin, München, Düsseldorf, Hannover, Basel, Bonn, Hagen, Duisburg-Essen, Zürich, Bielefeld, Bochum, Lüneburg und Halle-Wittenberg.

Der Gesetzentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung sieht eine Verbesserung der derzeitigen Ausbildungssituation durch Einführung eines fünfjährigen Bachelor- und Masterstudiums vor, das zur Erteilung der staatlichen Approbation führt. Im Anschluss soll der Fachkundenachweis im Rahmen einer Weiterbildung erfolgen. Die Erstunterzeichner haben ihre Stellungnahme dem Bundesgesundheitsministerium am 3. Mai geschickt. Am 15. Mai ist die Anhörung von Fachverbänden im Gesundheitsausschuss des Bundestages erfolgt.

„Strukturell weist der Entwurf des Psychotherapiestudiums Parallelen zum Medizinstudium auf. Dies ist dem Status der Psychotherapie als akademischem Heilberuf und ihrer gewachsenen gesellschaftlichen Bedeutung angemessen. Ähnlich wie die Medizin hat die Psychotherapie heute große Einflussmöglichkeiten auf menschliches Leben“, heißt es in der Stellungnahme. Um eine Auseinandersetzung mit individueller wie gesellschaftlicher Verantwortung zu fördern, sprechen sich die Unterzeichnenden für eine gesetzliche Verankerung des Querschnittgebiets „Geschichte, Theorie und Ethik“ (GTE) als obligatorisches Lehr- und Prüfungsfach für die Psychotherapie aus:  „Eine Auseinandersetzung mit historischen, theoretischen und ethischen Grundlagen psychologischen und psychotherapeutischen Verhaltens ist für eine qualitativ hochwertige Approbation in Psychotherapie notwendig.“

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