Jobsharing: KV Berlin will nun endlich die neue Rechtssprechung umsetzen

Veränderungen sind gerade auch für Psychotherapeuten relevant

Wir zitieren hier eine Mitteilung der KV Berlin zum Thema Jobsharing: Die bereits im letzten Sommer beschlossenen Regelungen solen nun endlich auch in der KV Berlin "mit Hochdruck" umgesetzt werden. Insbesondere für Praxen, die geringer ausgelastet sind, als der Fachgruppendurchschnitt, lohnt sich künftig ein Jobsharing, weil der Inhaber und der Jobsharer zusammen sich nicht mehr den geringen Umfang der bisherigen Praxis teilen müssen, sondern gemeinsam eine Leistungsmenge abrechnen können, die den Fachgruppendurchschnitt +25% beinhaltet. Lesen Sie hier die Mitteilung der KV Berlin dazu:

 

"Zukünftig wird bei der Bestimmung der Leistungsobergrenze für Jobsharing in fachübergreifenden

Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren die aktuelle höchstrichterliche Rechtsprechung

berücksichtigt werden. Das entschied der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in seiner Sitzung vom

16. Mai 2017. Entsprechend der Rechtssprechung des BSG sind bei der Festlegung der Leistungsobergrenze

(LOG) alle Beteiligten einer Berufsausübungsgemeinschaft und alle Teilnehmer eines MVZ, d. h. auch jene mit

einer anderen Facharztbezeichnung einzubeziehen (Urteil vom 21.03.2012 - B 6 KA 15/11 R).

Eine Änderung der Bedarfsplanungs-Richtlinie ermöglicht neue Wachstumsmöglichkeiten für Vertragsärzte und

-psychotherapeuten, die sich in einem überversorgten Planungsbereich einen Versorgungsauftrag teilen

(Jobsharing): bisher durften diese den Umfang der erbrachten Leistungen - gemessen an den bisher erbrachten,

eigenen Leistungen - nur um maximal drei Prozent erhöhen. Diese Begrenzung gibt es nun für Praxen, die

geringere Punktzahlvolumina als der Durchschnitt der jeweiligen Fachgruppe abgerechnet haben, nicht mehr.

Fortan gilt: Eine Steigerung ist künftig bis zum Fachgruppendurchschnitt zuzüglich 3 Prozent möglich (vgl. § 42

Abs. 1 Bedarfsplanungs-Richtlinie.) Für psychotherapeutische Praxen ist fortan eine Steigerung auf den

Fachgruppendurchschnitt zuzüglich 25 Prozent möglich (vgl. § 43 Abs. 2 Nr. 2 Bedarfsplanungs-Richtlinie). Um

diese Steigerungen des abgerechneten Leistungsvolumens künftig nutzen zu können, muss nach der

Bedarfsplanungs-Richtlinie der jeweilige Fachgruppendurchschnitt über vier Quartale hinweg unterschritten

worden sein.

Für psychotherapeutische Praxen, die zwar nicht unterdurchschnittliche, aber niedrigere Punktzahlvolumina als

125 Prozent des Fachgruppendurchschnittes abrechnen, hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung

Berlin in seiner Sitzung von 16. Mai 2017 beschlossen, dass diese ihre Leistungen ebenfalls auf den

Fachgruppendurchschnitt zuzüglich 25 Prozent steigern können.

Die Umsetzung dieser Änderung erfordert zunächst einen Beschluss des Zulassungsausschusses (der für die

Festlegung der LOG verantwortlich ist) und muss dann durch die Verwaltung umgesetzt werden. An dieser

Umsetzung wird mit Hochdruck gearbeitet, die Umsetzung wird rückwirkend zum 4. Quartal erfolgen.

Eine ausführliche Information zum Thema bereiten wir für das KV-Blatt 07/2017 (Juli) für Sie vor."

 

Zur Übersicht