Radiobeitrag über Psychotherapeutin und Holocaust-Überlebende Rahel Mann

zur Frage: Woher nehmen Sie so viel Lebenskraft?

Wir möchten hier auf einen Radiobeitrag auf Deutschlandfunk Kultur aufmerksam machen, den Sie über den obigen Link nachhören können. Es geht um die Psychotherapeutin und Holocaust-Überlebende Rahel Mann. Der Sender schreibt zu der Sendung:

 

Rahel Mann hat das KZ Sachsenhausen überlebt. Die 77-jährige Psychotherapeutin hat später vielen ihrer Patienten geholfen, traumatische Erlebnisse zu überwinden. Woher kommt diese Schaffenskraft?

Als Therapeutin hat Rahel Mann nicht nur vielen ihrer Patienten geholfen. Auch ihr eigener Lebensweg beweist: Selbst eine extrem schwierige Kindheit kann zu einem besonders ausgeprägten Lebenswillen führen.

Rahel Mann wird 1937 als uneheliches Kind einer Jüdin in Berlin geboren. Sie ist gerade fünf Jahre alt, als ihre Mutter ins KZ Sachsenhausen deportiert wird. Rahel Mann entkommt dem Holocaust, weil die Ehefrau eines Blockwartes sie versteckt. Die letzten Monate bis zum Kriegsende verbringt sie alleine in einem Keller mitten in Berlin.

Nach 1945 bleibt sie dennoch in Deutschland, heiratet, bekommt zwei Kinder, arbeitet zunächst als Lehrerin. 1980 eröffnet sie in Braunschweig eine eigene Praxis für Psychosomatik. Als 60-Jährige geht sie für zehn Jahre nach Israel, kehrt dann aber wieder nach Berlin zurück.

Das "absolute Urvertrauen"

Ihre Lebenskraft erklärt sie damit, dass sie von ihren Anlagen her wohl zum Teil das "absolute Urvertrauen" habe, meint Rahel Mann.

"Meine frühe Kindgeschichte ist gerade dazu geeignet, weil ich erfahren habe, dass bei allem, was passiert ist und auch bei der nicht vorhandenen Mutter, dass es immer Menschen gibt, die sich liebevoll mir zugewandt haben, die für mich da waren."

Außerdem habe sie jahrelang exzessiv Tagebuch geschrieben. 

"Das war meine innere Auseinandersetzung und Therapie mit all diesen Dingen."

 

 

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