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Reform der Psychotherapeutenausbildung: Arbeitsentwurf des Gesundheitsministeriums unzureichend

Klarstellung der DGPT

Folgende Klarstellung wurde heute von der DGPTveröffentlicht:

 

am 15. Mai 2018 veröffentlichten vier Berufsverbände (bvvp, dgvt, DPtV, vakjp) eine gemeinsame Presseerklärung (hier aufrufbar). Sie fordern darin die Politik auf, das Gesetzgebungsverfahren zur Reform der Psychotherapeutenausbildung zügig fortzusetzen.

Weiterhin wird ausgeführt, nach dem 32. Deutschen Psychotherapeutentag am 21. April 2018 hätten auch die im ‚Gesprächskreis II‘ (GK II) zusammengeschlossenen über 30 Verbände der Psychologischen- und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten die Forderung nach einer Reform der Psychotherapeutenausbildung bekräftigt.

 

Dem müssen wir widersprechen, weil es bei der Sitzung des GK II am 05. Mai 2018, also nach dem 32. Deutschen Psychotherapeutentag und vor dem 121. Deutschen Ärztetag, nicht zu einer Verabschiedung einer gemeinsamen Stellungnahme der Verbände des GK II gekommen ist. Die entsprechende Bezugnahme in der Presseerklärung ist daher nicht zutreffend und damit in Bezug auf die DGPT irreführend.

Der Vertreter der DGPT hat sich in der letzten Sitzung des GK II ausdrücklich gegen die Forderung nach einer bedingungslosen zügigen Reform ausgesprochen, da es nach Auffassung der DGPT im Arbeitsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) an den notwendigen Voraussetzungen fehlt. Die DGPT hat ihre Forderung nach einer gründlichen Überarbeitung dieses Entwurfs bekräftigt.

 

Die vier Verbände kritisieren den Beschluss eines Vorstandsantrages des Deutsche Ärztetages zum Arbeitsentwurf für ein Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG)

"als unzulässige Einmischung in die Regelung der Ausbildung der eigenständigen akademischen Heilberufe der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten“.

 Dieser Beschluss lautet:

„Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 fordert das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf, den im Sommer 2017 vorgelegten Arbeitsentwurf für ein Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG) zurückzunehmen und stattdessen einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Probleme bei der Ausbildung der Psychologischen Psychotherapeuten sowie der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten tatsächlich löst und der an der multidisziplinär vernetzten Versorgung im Interesse einer differenzierten psychotherapeutischen Versorgung festhält“ (Drucksache Ic - 02).

 

Wir weisen die Aussage der PM ausdrücklich zurück, der Beschluss des Ärztetages sei „eine unzulässige Einmischung“. Selbstverständlich berührt eine Änderung des Berufsbildes der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und deren Ausbildung auch die Interessen der ärztlichen Psychotherapeuten. Als gemischter Verband halten wir deshalb den Dialog der betroffenen Berufsgruppen für unabdingbar. Auch schließen wir uns der Kritik der vier Verbände am oben zitierten Beschluss des 121. Deutschen Ärztetages zur Reform der Ausbildung der Psychologischen- und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nicht an.

 

Die DGPT hat vielfach ihre Position deutlich gemacht. An dieser Stelle möchten wir wiederholen, dass wir einen Gesetzentwurf fordern, der die folgenden Punkte enthält:

  • eine Legaldefinition von Psychotherapie, die die wissenschaftliche Anerkennung der eingesetzten Verfahren einschließt,
  • die durchgängige Studierbarkeit eines eigenständigen Psychotherapiestudiums in allen dafür geeigneten Hochschulen,
  • eine fachkundige und praxisbezogene Vermittlung der Grundlagen aller wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren entsprechend dem BMG-Eckpunktepapier,
  • die verbindliche Einrichtung eines Praxissemesters und umfangreicher psychotherapiebezogener Praxiserfahrungen, die bereits im Bachelorstudium beginnen müssen,
  • den vollständigen Verzicht auf Modellstudiengänge, die den zusätzlichen Erwerb pharmakologischer Kompetenzen zum Ziel haben, die in die Approbation einbezogen werden sollen,
  • die zukünftige Berücksichtigung der fachlichen Koordinierung der Weiterbildung durch die etablierten Weiterbildungsinstitute sowie
  • die Schaffung tragfähiger Finanzierungsgrundlagen für eine Weiterbildung.

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